Dr. Hartmut Lenk, Germanistisches Institut der Universität Helsinki, Vorlesung Massenkommunikation


Beispiele für Definition von 'Massenkommunikation'


Zur aktuellen Lehre

Der Brockhaus multimedial 2000: 

Massenkommunikation, 
Kommunikationsprozess, bei dem Aussagen öffentlich (das heißt allgemein zugänglich), indirekt und einseitig über technische Übertragungs- und Verbreitungsmittel an ein weit verstreutes anonymes Publikum verbreitet werden. Die technischen Mittel, die Massenkommunikation durch Bild, Schrift und/oder Ton ermöglichen, werden Massenmedien genannt. Unterschieden werden auditive Medien (z.B. Hörfunk, CD), audiovisuelle Medien (z.B. Film, Fernsehen, Video) und Printmedien (z.B. Buch, Zeitung, Zeitschrift). Hinzu kommen die meist multimedialen interaktiven neuen Medien. Für die meisten Menschen ist Massenkommunikation Hauptquelle politischer und gesellschaftlicher Information und stellt daher die Grundlage für die Meinungsbildung dar; sie kann aber auch zu Manipulation, Agitation und Propaganda missbraucht werden. Deshalb wird den Massenmedien eine hohe Bedeutung für die politische Kultur eines Landes beigemessen. In demokratischen Staaten kommt ihnen neben der Informations-, Bildungs- und Unterhaltungsfunktion eine Kritik-, Kontroll- und Sozialisationsfunktion zu. Massenmedien sind Teil des Alltagslebens, bieten Artikulationshilfen für die zwischenmenschliche Kommunikation und dienen der sozialen Orientierung und Integration.
 
© Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999 

 

Meyers Enzyklopädisches Lexikon in 25 Bänden. 
Neunte, völlig neu bearb. Aufl. Mannheim/Wien/Zürich 1975. Bd. 15, S. 723: 

Massenkommunikation, 
1. Begriff für den durch techn. Verbreitungsmittel ( | Massenkommunikationsmittel) hergestellten einseitigen und indirekten Prozeß der | Kommunikation, durch den überwiegend ein disperses, d.h. des persönl. Kontakts entbehrendes Publikum erreicht wird. Der Prozeß der M. wird durch die Faktoren Kommunikator (sowohl Autor auch als Organisation des M.smittels), Aussage, Medium und Rezipient gekennzeichnet. M. ist für die meisten Menschen, bes. in den Industrieländern des Ostens und Westens, die Hauptquelle gesellschaftl. Information. Deshalb wird den M.smitteln eine hohe polit. Bedeutung zugeschrieben. M. bietet keinen realen sozialen Kontakt, der durch Dialog, zumindest aber durch die Chance einer Rückkopplung (Feedback) des Rezipienten zum Kommunikator verkörpert wird. Bei der Gruppenkommunikation als einer Subkategorie der M. setzt sich das disperse Publikum überwiegend je aus Mitgliedern einer organisierten Gruppe (Partei, Verein, u.a.) zusammen; 2. von H. Sturm gebrauchte Bez. für die Menge sprachl. Kontakte, die in einer großen Menschengruppe über ein gemeinsames Thema (z.B. eine Fernsehsendung) stattfinden. Literatur: … 

 

Theodor Lewandowski: Linguistisches Wörterbuch. 
4., neu bearb. Aufl. Heidelberg 1984. Bd. 2 (UTB 201), S. 672: 

Massenkommunikation [mass communication]. Eine Form der Kommunikation mit öffentlicher Aussage und technischer Verbreitung (Presse, Buch, Schallplatte, Kassette, Film, Funk, Fernsehen) an ein großes und heterogenes Publikum, die weitgehend durch genormte, explizite und darstellende Sprache ausgezeichnet ist. M-Situationen sind durch die hohe Zahl rezipierender Teilnehmer charakterisiert; bei ihrer Häufigkeit und Breitenwirkung greifen sie bestimmend in das individuelle und soziale Leben ein. ...




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Letzte Aktualisierung: 21.09.2003